RHEINPFALZ-Beitrag zum Frühjahrskonzert

Pressebericht von Gisela Stieve aus der RHEINPFALZ-Ausgabe vom 13.05.2019

 

Mit Akkuratesse Dramatik erzeugt

Premiere in Diedesfeld: Musikverein tritt erstmals unter neuer Leitung auf

Von Gisela Stieve

Einen mitreißenden und berührenden Konzertabend bot der Musikverein 1953 Diedesfeld unter Leitung seines neuen Dirigenten Wilfried Bernath in der vollbesetzten Festhalle. Kompliment, Herr Dirigent, war verschiedentlich zu hören.

Das Programm stammte querbeet aus dem gesamten Musikschatz und stand damit für das Motto, das der Musikverein verfolgt. Seit Dezember 2018 ist Wilfried Bernath (59) Nachfolger im Dirigentenamt des großen Blasorchesters von Manuel Grund. Nach dem Musikgymnasium studierte Bernath am Konservatorium in Bukarest und an der Hochschule für Musik Heidelberg-Mannheim die Fächer Klarinette und Orchestermusik.Das Frühjahrskonzert war seine Premiere als Leiter der über 40 Musiker. Sein Kommentar am Ende des Konzerts zur Leistung des Orchesters – „es war ok so“ – ließ vermuten, dass er an seine Musiker hohe Anforderungen stellt. „Ein Orchester muss in jeder Weise gut gestimmt sein und angenehm klingen.“ Er wolle keine Noten gespielt haben. Er erwarte Gefühl, Musikalität und Übungsdisziplin. „Sonst hat die Musik keine Aussagekraft“, sagt Bernath. Werner Loh, erster Vorsitzender des Musikvereins, beschreibt den Dirigenten als akkurat. Er habe das Orchester ausbalanciert und dynamischer gemacht.

Die über weite Strecken außerordentliche Qualität des Vortrags zeigte sich in Rhythmus, Takt und Ton. In einem Medley von Gershwin-Themen und der Titelmusik des 007-Streifens Skyfall strahlte Bigband Sound hervor, der auch dadurch unterstrichen wurde, dass die Blechbläser sich von ihren Plätzen erhoben.

In dem Stück Crescendo von Klaus-Peter Bruchmann, das keine Bearbeitung für Blasorchester ist, sondern speziell für diese Formationen komponiert wurde, zeigten die Musiker, mit welchen kleinsten Nuancen sie sich vom Pianissimo zum Forte steigern konnten. Den Spaß am Spiel hat man den Musikern angesehen.

Das Arrangement aus Melodien des Musicals Elisabeth war ein weiterer Hörgenuss. Mit Akkuratesse erzeugten die Musiker Dramatik mit Dissonanzen, die sich in wohlklingenden Melodien entspannt auflöste. Mit geschlossenen Augen konnte man sich in eines der großen Musicalhäuser versetzt fühlen, so präsent und stimmig war das Orchester. All diese Eindrücke ließen das erste Stück des Abends, das für Bläser gesetzte dritte Vorspiel aus Richard Wagners Lohengrin vergessen. Hier fehlte manchem im Orchester der Mut zum richtigen Ton.

Mit Blick auf den Muttertag ließen Bernath und das Orchester des Musikvereins 1953 den Abend mit der melodischen Weise „Hör mein Lied Elisabeth“ aus den fünfziger Jahren sanft und ruhig ausklingen.

Den anhaltenden Beifall hat der Dirigent dann doch wieder etwas relativieren wollen: „Zu viel loben darf man sie nicht, sonst kommen sie nächste Woche nicht zur Probe ...“, sagte er lachend.

RHEINPFALZ Frühjahrskonzert2019

Der MvD hat einen neuen Dirigenten

Als Nachfolger von Manuel Grund hat Wilfried Bernath zum 01.12.2018 das Dirgentenamt des großen Blasorchesters in Diedesfeld angetreten, die Musiker freuen sich auf eine erfolgreiche und spannende Zusammenarbeit mit ihrem neuen "Chef" .

Wilfried wurde am 09.07.1959 in Deutschbentschek im Banat geboren. Schon seine gesamte Schulzeit war musikalisch geprägt: Als Neunjähriger erhielt er bei seinem Vater den ersten Unterricht auf der Klarinette und später auf dem Saxophon. Innerhalb kurzer Zeit spielte er bereits im heimischen Musikverein und sieht dies selbst als Basis seines heutigen musikalischen Wirkens.

Nach dem Musikgymnasium studierte er zunächst am Konservatorium in Bukarest und anschließend an der Hochschule für Musik Heidelberg-Mannheim die Fächer Klarinette und Orchestermusik, wo er das Studium 1986 mit der Diplomprüfung abschloss.

Während seiner Studienzeit war er am Nationaltheater Mannheim als Aushilfsklarinettist tätig, seit 1987 wirkt er bei Michael Klostermann und seinen Musikanten mit.

Ebenfalls ab 1987 war er als Soloklarinettist beim Hessischen Polizeiorchester Wiesbaden tätig und startete 1992 seine Unterrichtstätigkeit an der Kreismusikschule Kaiserslautern als Diplom-Musiklehrer für Klarinette und Saxophon. Seinen qualifizierten Unterricht belegen zahlreiche Erfolge seiner Schüler auf Landes- und Bundesebene bei "Jugend musiziert", die stets auf den vorderen Plätzen landeten.

Seit Mitte der Neunziger Jahre leitet er das Klarinettenquartett und das Saxophonensemble der Kreismusikschule Kaiserslautern.

Als Dirigent sammelte er seit 1990 Erfahrungen in verschiedenen Musikvereinen wie Neustadt-Königsbach, Musikverein Ulmet, Musikverein Niederwörresbach oder Kolpingblasorchester Erfenbach. Im Jahre 2011 übernahm er die musikalische Leitung des Pfälzer Konzert-Blasorchesters Musikverein Rodenbach.

 

Letzte Aktualisierung: 16.05.2019








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